Fr. 25. April 2008, 18.30 Uhr
Melanchthonianum, Uni Halle
Volksfront – Mit diesem Begriff verbinden die meisten Menschen ein lange erwartetes und für dringend notwendig erachtetes, gemeinsames Vorgehen gegen den Nationalsozialismus und sehen ihn von daher ausschließlich positiv. Tatsächlich aber forderte die Volksfrontideologie, die für alle organisierten Kommunisten ab 1935 obligatorisch zu befolgende Parteilinie war, unverbrüchliche Treue gegenüber der jeweiligen Außenpolitik der UdSSR, was unter anderem bedeutete, dass deutsche Kommunisten nach dem Spätsommer 1939 nicht mehr gegen den Nationalsozialismus – durchgängig Faschismus genannt – agitieren durften, und dass die in Moskau exilierte KPD-Spitze 1940 von den angeblich weniger gefährdeten „einfachen“ Kommunisten in Frankreich verlangte, nach Deutschland zurückzugehen bzw. sich der Gestapo zu stellen. Erst mit dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion rückte der Nationalsozialismus wieder in den Focus kommunistischer Aufmerksamkeit.
Deutsche Volksfront – das bedeutete auch die ständig wiederholte Behauptung, dass das gesamte deutsche Volk als Gesamtheit – mit Ausnahme des „Monopolkapitals“ - unter der „Hitler-Diktatur“ leide und sie bekämpfe. Wer mit diesen inhaltlichen Vorgaben seine Schwierigkeiten hatte, sie gar bezweifelte und/oder kritisierte, geriet nach 1949, ganz besonders während der frühen fünfziger Jahre, in Widerspruch zu Partei- und Staatsapparaten, denen nicht an der Debatte, sondern an fügsamen Staatsdienern gelegen war. Die Verfolgungswelle gegen die sogenannten (ehemaligen) Westemigranten, bei denen es sich tatsächlich um kritischere Kommunisten handelte – so hatte sich die in Mexiko exilierte KPD-Gruppe von der deutschen Bevölkerung wegen ihrer antijüdischen Verbrechen losgesagt – hatte ihren Ursprung in der Volksfront.
Dass Schriftsteller/innen wie Anna Seghers, Bodo Uhse und Ludwig Renn trotz ihrer KPD- und späteren SED-Mitgliedschaft mit der Staatsideologie der DDR zwangsläufig kollidieren mussten, hat Birgit Schmidt in ihrer Dissertation Wenn die Partei das Volk entdeckt aufgezeigt. Heute Abend wird sie erneut die Frage nach dem Zusammenhang zwischen (deutsch)nationaler Volksfrontideologie und der Verfolgung von Menschen stellen, die jüdisch und/oder homosexuell waren, auf jeden Fall mehrsprachig, weitgereist und kritisch, - kosmopolitisch also, wie der Vorwurf letztlich lautete.
Birgit Schmidt veröffentlichte zuletzt „Freundliche Frauen. Eine Kritik an der Juden- und Frauenfeindlichkeit des esoterischen Feminismus“ und „Kein Licht auf dem Galgen. Ein Beitrag zur Diskussion um KPD/SED und Antisemitismus“.
Schwulenhaß und Männerbund. Die autoritäre Sehnsucht im deutschen Sprechgesang
Wenn sich niemand mehr wundert, dann stimmt etwas nicht: An der Musik kann es nicht liegen, daß deutscher Sprechgesang zur beliebtesten Stilrichtung unter männlichen Jugendlichen geworden ist. Die Einfallslosigkeit der Samples, die Stereotypie der Pose, der immergleiche Sprechrhythmus, mit dem sich deutsche Rapper gegen den Flow und den Sprachwitz amerikanischer Rapper abgrenzen wollen, indem sie noch männlicher, d.h. unmusikalischer daherkommen, leben schon längst mehr von Street-credibility, also der Beschränktheit der Instrumente wie des eigenen Geistes, sondern von scheinbarer Provokation.
Die Inhalte dieser Provokation der deutschen Bürgerwelt sind hinlänglich bekannt: Schwulenhaß und Frauenverachtung, Rassismus und Antisemitismus, Antiamerikanismus und eine merkwürdige Affinität zum Islam. Allerdings sind gerade letztere zu Provokation in Deutschland kaum geeignet, weil das Ressentiment den allgemeinen Geisteszustand kennzeichnet. Gegen Schwulenhaß und Frauenverachtung im deutschen Sprechgesang protestieren jedoch viele, von Claudia Roth bis zum Lesben- und Schwulenverband in Deutschland: Das will man doch lieber dem Iran und anderen Ländern überlassen, bei denen man sich damit beruhigen kann, daß es sich bei Gepflogenheiten wie Steinigungen um kulturelle Eigenheiten handele.
Weil das eine Ressentiment geteilt wird und das andere nicht etwa verurteilt würde, weil es menschenverachtend und antizivilisatorisch ist, sondern schlicht, weil man zwar so denken, aber nicht so sprechen dürfe, also weil es nicht politisch korrekt formuliert wird, erscheint es in der öffentlichen Debatte so, als seien die schwulen- und frauenfeindlichen Texte deutscher Rapper Ausfälle einer ansonsten kommoden Subkultur. Die zur Eingrenzung dieser Ausfälle unternommenen Bemühungen erinnern nicht zufällig an die akzeptierende Sozialarbeit mit Nazis, deren Erfolg darin bestand, das Nazitum zur Alltagskultur zu machen.
Was aber, wenn es sich, ähnlich wie bei den Zonen-Nazis der neunziger Jahre, nicht um Irregeleitete handelt, sondern um Überzeugungstäter? Wenn es tatsächlich nicht um die Musik, sondern um die Botschaft geht? Der Schwulenhaß und die Frauenverachtung sind nicht zufällig mit zivilisationsfeindlicher Ideologie verbunden: die Frauen- und Schwulenemanzipation sind ja nicht zuletzt ein Resultat der Zivilisation. Und an die, die der Zivilisation etwas zu danken haben, heftet sich der Haß derer, die von sich meinen, zu kurz gekommen zu sein und immer übers Ohr gehauen zu werden. Kurzum: Deutscher Hiphop ist wegen der Haß-Texte erfolgreich und nicht wegen der Musik. Auf den Konzerten treffen sich männliche Jugendliche mit der Sehnsucht nach dem Männerbund, die auch ansonsten für klare Verhältnisse sind. Die Männlichkeit, mit der sie imponieren wollen, ist so hohl, daß sie Schwule und Frauen, die für eine unbekannte Verheißung stehen, hassen müssen. Und sie glauben dem, der ihnen das erzählt.
Der Männerbund, das wußten schon die Vertreter der Kritischen Theorie nach ihrer Studie über Autorität und Familie, ist die Keimzelle autoritärer Herrschaft. Das Bedürfnis nach einfachen Herrschaftsverhältnissen, wie sie in Banden und Gangs vorherrschen, korrespondiert mit einer Homophobie, die das gleichgeschlechtliche Verlangen im eingeschlechtlichen Zusammenhang leugnen und nach außen projizieren muß.
Interview mit Tjark Kunstreich bei Radio Corax 01.04.2008 [freie-radios.net]
Vortrag von Tjark Kunstreich [in 5 Teilen]
Vortrag von Stephan Grigat Die iranische Bedrohung und die Kampagne STOP THE BOMB
Bündnis gegen das iranische Vernichtungsprogramm
„Die OMV begegnet ihren Geschäftspartner auf gleicher Augenhöhe. Schließlich entspricht der Respekt vor Mensch und Umwelt unseren ethischen Prinzipien.“ Diese Botschaft verkündete das zu über 30 Prozent in Staatsbesitz befindliche österreichische Unternehmen im September in ganzseitigen Inseraten in österreichischen Zeitschriften. Dieser Respekt scheint momentan vor allem den islamischen Misogynikern, Schwulenmördern und Antisemiten in Teheran zu gelten, nicht ihren Opfern. Ansonsten ließe sich schlecht erklären, wie das geplante 22-Milliarden-Euro-Geschäft mit dem Iran, das gemeinsam mit den Milliardengeschäften der deutschen Wirtschaft das Bündnis mit dem iranischen Apokalyptiker-Regime weiter befestigen würde ,zu den „ethischen Prinzipien“ des Unternehmens passt. weiter lesen..
Stephan Grigat ist Lehrbeauftragter für Politikwissenschaft an der Universität Wien, Mitherausgeber des Bandes "Der Iran – Analyse einer islamischen Diktatur und ihrer europäischen Förderer", der im März 2008 im Studienverlag erscheint, und Autor von "Fetisch und Freiheit. Über die Rezeption der Marxschen Fetischkritik, die Emanzipation von Staat und Kapital und die Kritik des Antisemitismus" (ça ira 2007). Er gehört zu der Gruppe Café Critique und hat die Initiative STOP THE BOMB – Bündnis gegen das iranische Vernichtungsprogramm mitinitiiert.
Der Vortrag wurde im Rahmen einer Infokampagne am 8. Februar 2008 von ak antifa potsdam veranstaltet.
Die Dialektik von Einheit und Differenz. Über Ursprung und Geltung des Pluralismusprinzips in den Vereinigten Staaten von Amerika
Buchvorstellung und Diskussion mit Sebastian Voigt
Conne Island - Koburger Str. 3, Leipzig
Di. 26.02.2008, 19:00 Uhr
Amerika ist bis heute eine terra incognita im europäischen Bewusstsein. Der Hass auf die Moderne ist meist mit einem starken Antiamerikanismus verbunden. Historisch war Amerika jedoch oft der einzige Fluchpunkt für politisch Verfolgte in Europa. Für Millionen Einwanderer, die vor einer desperaten sozialen Situation flohen, bot es die Möglichkeit eines Neuanfangs. Aufgrund der bis heute anhaltenden Einwanderung haben sich spezifische politische Strukturen herausgebildet, die es als Nationalstaat von europäischen unterscheiden. Hierzu gehört auch ein inklusives Verständnis der Staatsbürgerschaft, das immer wieder neu aushandeln muss, was es bedeutet „Amerikaner zu sein“. Amerika hat sich zur bürgerlichen Gesellschaft par excellence entwickelt und es steht paradigmatisch für eines der zentralen Probleme der Moderne: der Dialektik von Einheit und Differenz.
Dies soll im Vortrag anhand deutscher Revolutionäre im 19. Jahrhundert demonstriert werden, die in Amerika zu „verlässlichen und konservativen Bürgern“ (Carl Schurz) wurden. Viele Revolutionäre vertraten eine dezidiert pro-amerikanische Haltung und einige forderten gar den Einmarsch amerikanischer Truppen in Europa, um die feudalen Verhältnisse ein für allemal auf den Müllhaufen der Geschichte zu befördern.
Am Beispiel der jüdischen Einwanderung wird die Diskussion nachgezeichnet, die sich zwischen den beiden Polen Schmelztiegel und kultureller Pluralismus bewegte, und die für die aktuellen Debatten in Europa über Migration, Integration und Assimilation einen großen Erkenntniswert besitzt.
Interview mit Sebastian Voigt bei Radio Corax 26.02.2008 [freie-radios.net]
Der Prophet des schlechten Lebens.
Über Gandhi und die Bedürfnisse seiner deutschen Anhänger
Am 30. Januar 1948 starb Gandhi bei einem Attentat in Delhi. Von seinen Anhängern als Mahatma (dt. „große Seele“) gefeiert, gilt der greise Friedensstifter auch 60 Jahre nach seinem Tod als fraglose moralische Autorität und wird als einer der Urväter des Pazifismus gehandelt. Mit den Schüssen des Attentäters segnete Gandhi zwar für immer das Zeitliche, seine Ideologie hingegen erlebt in jüngster Zeit nicht nur unter dem Label der No-Globals eine bemerkenswerte Renaissance.
In der Bundesrepublik ist es vor allem das zweifelhafte Verdienst der Neuen Linken, Gandhis Weltanschauung ins neue Jahrhundert gerettet zu haben. Die Tradition des von Gandhi vertretenen zivilen Ungehorsams, bei der man sich direkt auf den „Prediger der Gewaltlosigkeit“ (Oskar Lafontaine) bezieht, reicht dabei in Deutschland von den 68er Sit-ins bis zu den 2007er Blockaden des G8-Gipfels. Doch Gandhi ist keinesfalls ausschließlich das Vorbild linker Gipfelstürmer und ihrer sozialdemokratischen Sympathisanten. Wenn die Bildzeitung eine groß angelegte Plakatkampagne mit einem Gandhi-Foto und dem Slogan „Jede Wahrheit braucht einen Mutigen, der sie ausspricht!“ einleitet, lässt sich daran vor allem auch eines ablesen: In dem Maße, in dem sich die deutsche Bevölkerung in ihrer Gesamtheit zunehmend friedensbewegt und antiimperialistisch geriert, gewinnt auch Gandhis Ideologie an steigender Attraktivität.
Es ist nicht verwunderlich, dass sich auch in der Neuen Rechten immer häufiger positive Bezugnamen auf Gandhi finden lassen, und Horst Mahler beispielsweise von seinen Kameraden fordert: „Von Mahatma Gandhi lernen!“ Was die Gandhi-Freunde von rechts bis links eint, ist der Traum vom „einfachen Leben“, den auch ihr Vorbild träumte. Gandhi bietet dabei alles, was das zivilisationsfeindliche Herz höher schlagen lässt. Seine Ideologie bedient die Sehnsucht nach der regressiven Wärme des Kollektivs ebenso, wie den Wunsch, sich für eben dieses Kollektiv mit dem Leben zu opfern. Sie offenbart ein organisches Gesellschaftsverständnis und bietet mehr als genügend Anknüpfungspunkte für rechte Völkerfreunde und linke Kulturrelativisten. Dass Gandhi zu keinem Zeitpunkt etwas Emanzipatorisches anhaftete – dass sein ganzes Leben und Wirken also ein konsequenter Abgesang auf Freiheit, Glück und Lust war –, und dass es weder Zufall, noch Strategie zur Vereinnahmung linker Ideen ist, wenn sich auch Nazis positiv auf ihn beziehen, soll der Vortrag erläutern.
Interview mit Peter Siemionek bei Radio Corax 29.01.2008 [freie-radios.net]
Veranstaltungsreihe in Dessau: „Die Barbarei des flachen Landes. Die Provinz zwischen Rückständigkeit und Avantgarde“
06.12.2007 im Beatclub Dessau: Autorenlesung mit Wiglaf Droste
19.12.2007 in der Hochschule Anhalt: Vortrag & Diskussion "Das ostdeutsche Gefühl. Zum Zusammenhang von Ostidentität und nationalem Sozialismus" mit Mario Möller
17.01.2008 in der Hochschule Anhalt: Film „Zur falschen Zeit am falschen Ort“ mit einem einleitenden Vortrag von Tjark Kunstreich (Berlin)
23.01.2008 im Schwabehaus Dessau: Podiumsdiskussion „Meine Kuh, meine Scholle, mein Block? - Über den Standortfaktor Heimatbindung“ mit Tom Fischer (Stadtplaner, Siedlungserneuerung Dessau) und Jan Gerber (Politikwissenschaftler, Halle)
Was die Avantgardisten unter den Faschisten und Bolschewisten einmal einte, war die Bejahung des Zerstörungspotentials, das in der Industrialisierung lag. Während aber die einen, wie Walter Benjamin schrieb, die „hemmungslose Übertragung der Thesen des l’art pour l’art auf den Krieg“ betrieben, machten die anderen mit dem Staat selber l’art pour l’art – wie um zu kaschieren, daß sie an ihn ihren Kommunismusbegriff längst verloren hatten. Während der Krieg für die Faschisten intensivierter und darum schrecklich schön gewordener Kapitalismus war, schmückten die Bolschewisten den Staat als Sterbezimmer des Kapitalismus aus.
Was aber nun die Nationalsozialisten von diesen Sozialisten und Nationalisten unterschied, läßt sich am besten an Ernst Jünger und Carl Schmitt studieren: die Übertragung der Thesen des l’art pour l’art auf eine Vernichtung, für die selbst der Krieg zum Mittel wird. Das beinhaltet zweierlei: Erstens, daß „eine vorherbestehende, unabänderliche, echte und totale Feindschaft zu dem Gottesurteil eines totalen Krieges führt“ (Schmitt). An den Führer kann nur tätig geglaubt werden – als praktische, täglich vorangetriebene Vernichtung derer, die als totaler Feind gekennzeichnet werden oder mit diesem kooperieren. Der Feind wird erst dadurch total, daß er für immer ein ganz bestimmter, nicht austauschbarer ist: die Feindschaft muß „vorherbestehend“ und „unabänderlich“ sein, egal wie der Feind sich auch verhalten mag: er wird vernichtet. Das ist die Logik des antisemitischen Wahns. Zweitens: „totale Mobilmachung“ (Jünger) als Bereitschaft jedes einzelnen zum Selbstopfer. So war das Dritte Reich kein totaler Staat (wie im Faschismus oder Stalinismus angestrebt), sondern totaler „Unstaat“ (Neumann). Die Vernichtung war das Einheitsstiftende im Chaos der Banden von SS und SA, Staats- und Parteiinstanzen. Alles andere: Rasse, Kopfmessung, Siegfried etc. diente bloß dazu, diese „Gier nach dem Tod“ (Jünger) zu illustrieren.
Solche „Heldentodgeilheit“ (Karl Kraus) heißt jedoch heute, im Zeitalter der zweiten totalen Mobilmachung, die auf Industrialisierung verzichten kann, entweder Djihad oder Verzweiflungstat; der totale Feind entweder großer oder kleiner Teufel.
Gerhard Scheit lebt als freier Autor in Wien, ist Mitglied der Wiener Gruppe Café Critique, schreibt u.a. für Konkret und Jungle World und veröffentlichte zahlreiche Publikationen zu kulturwissenschaftlichen Themen, zum Holocaust sowie zur Theorie und (Kultur)Geschichte des Antisemitismus. Zuletzt veröffentlichte er: Jargon der Demokratie. Über den neuen Behemoth
Gerhard Scheit im Gespräch bei Radio Corax 11.12.2007 [freie-radios.net]
Referat und Diskussion:Unrechtskontinuität nach 1945 und die Ambivalenz „schwuler“ Geschichtsdiskurse
Melanchthonianum, HS C
Universitätsplatz, Halle Di.11.12.2007,
18:30 Uhr
Die vernichtende „Rassehygiene“ der Nationalsozialisten konnte auf der weit verbreiteten Abneigung gegenüber den „Widernatürlichen“ und „Abartigen“ aufbauen. Der Vortrag behandelt die brutalen Maßnahmen des nationalsozialistischen Systems gegen vermeintliche Homosexuelle. Ebenso soll auf Kontinuitäten der Verfolgung
gleichgeschlechtlicher Sexualität in der BRD eingegangen werden, die den Historiker H.-J. Schoeps noch 1963 sagen ließen, dass für Homosexuelle „das Dritte Reich noch nicht zu Ende“ sei. Der „Rehabilitationsprozess “ der 1990er Jahre soll anschließend ebenso kritisch hinterfragt werden, wie die „schwule“ Erinnerungsdebatte der letzten Jahre. Der Zusammenhang zwischen Identitätspolitik und Homophobie soll zur Diskussion gestellt werden.
veranstaltet von der Gruppe Kritische Intervention
Ladenschluss versus Ausverkauf3.Okt.2007
"Gerade im Osten spricht nicht viel dagegen, gegen Nazis und Naziläden vorzugehen. Wer das jedoch ausgerechnet am 3. Oktober tun will, wem angesichts des „Tags der deutschen Einheit“ also lediglich einfällt, dass es in Leipzig einen Naziladen gibt, hat seinen Frieden mit Deutschland gemacht. Über die Regression von „Nie wieder Deutschland“ zu „Nie wieder Naziläden“. Zur heutigen Demonstration „Ladenschluss“
Der Text wurde am 3. Oktober 2007 als Flugblatt auf der leipziger Demonstration "Schöner leben ohne Naziläden in Leipzig"verteilt. zum Flugblatt
Rote Armee Fiktion.
Die RAF und ihr Weg vom Protest zum Pogrom
aus Anlass des 30. Jahrestags des "Deutschen Herbstes" und der Neuerscheinung des Buches "Rote Armee Fiktion" veranstaltet die ag antifa am Abend der "Nacht von Stammheim" (17. zum 18. Oktober) einen Vortrag und eine Buchvorstellung.
Rote Armee Fiktion
Die RAF und ihr Weg vom Protest zum Pogrom
Vortrag und Buchvorstellung mit Joachim Bruhn und Jan Gerber
Mittwoch, 17. Oktober 2007, 19.00 Uhr
Melanchthonianum, Universitätsplatz, Halle/Saale
Die Veranstaltung findet im Rahmen des zweiten Teils der Vortragsreihe "Linke Leute von rechts, rechte Leute
von links" statt und wird von der AG Antifa im Stura der Uni Halle organisiert.
Es ist kein Wunder, dass sich die RAF auf Che Guevara berief, auf Mao-tse-tung, auf die Tupamaros und
andere militante Volkstümler, vor allem auch auf die bewaffneten Antisemiten vom „Befreiungskampfes des
palästinensischen Volkes“, niemals jedoch auf Johann Georg Elser. Denn an Elser, der 1938 versucht hatte, die
Volksgemeinschaft mit Hitler zu liquidieren, hätte sie nicht nur lernen müssen, was es bedeutet, in absoluter Einsamkeit das objektiv Vernünftige zu erkennen und daraus praktische Konsequenz zu ziehen, d.h.
materialistisch zu reflektieren und zu agieren. An Elsers Tat hätte sie zugleich erkennen müssen, dass
die Identität von Souveränität und Staatsapparat in der Figur Hitler nur im System der nazifaschistischen
Barbarei möglich war und ist. Da sie das alles, in verstockter Renitenz gegen die materialistische Aufklärung,
keineswegs lernen wollte, fälschte die RAF den Begriff des NS-Faschismus zur deutschen Gemeinverträglichkeit
um und machte die Kühnls, Gossweilers und Dimitroffs glücklich. Als von „Israels Nazi-Faschismus“ die Rede
war, als dann behauptet wurde, der Hass auf die Juden sei „ins Volk reinmanipuliert worden“ und eigentlich
ein Zeichen der „Sehnsucht nach dem Kommunismus“, als es schließlich hieß: „Ohne dass wir das deutsche
Volk vom Faschismus freisprechen – denn die Leute haben ja wirklich nicht gewusst, was in den Konzentrationslagern
vor sich ging – können wir es nicht für unseren revolutionären Kampf mobilisieren“, da war die RAF, indem sie auf die
Charaktermasken von Kapital und Staat anlegte, tatsächlich, wenn auch im Untergrund, ein ideologischer
Staatsapparat geworden: Lüge in Waffen. Auch darum war die RAF niemals eine, wenn auch hoffnungslos
verspätete, Fraktion jener Roten Armee, die die letzten Überlebenden von Auschwitz befreite.
90 Jahre Oktoberrevolution und das Versagen des Kommunismus
Der Begriff des Kommunismus bei Karl Marx
Eine Veranstaltungsreihe der Gruppe in Gründung www.gig-leipzig.com
Nato, Karl-Liebknecht-Str. 48, Leipzig
Der Begriff des Kommunismus bei Karl Marx
Sonntag, 7. Oktober, 14 Uhr / Referent: Martin Eichler
»Kommunismus - das ist Sowjetmacht plus Elektrifi zierung
des ganzen Landes« (Lenin)
Sonntag, 21. Oktober, 14 Uhr / Referent: Hannes Gießler
Das Ich als grammatikalische Fiktion — Zu Individuum und Opfer im Sozialismus
aus literarischer Perspektive
Sonntag, 25. November, 14 Uhr / Referent: Sebastian Tränkle >>zur Veranstaltungsankündigung
Symposium und Kundgebung in Wien
29./30. 9. 2007
Wien Die Islamische Republik Iran -
Analyse einer Diktatur
Symposium mit Matthias Küntzel, Fathiyeh Naghibzadeh,
Gerhard Scheit, Wahied Wahdat-Hagh u. a.
Campus der Universität Wien, Altes AKH
Samstag: 19 Uhr, Hörsaal D, Hof 10,13
Sonntag: 10 Uhr, Hörsaal C1, Hof 2
30. 9. 2007 Wien, 18:00
Stephansplatz Keine Geschäfte mit den iranischen Mullahs
Kundgebung gegen die österreichische und europäische Kollaboration mit der Diktatur in Teheran
"Die islamische Republik Iran" - Gespräch mit Stephan Grigat [freie-radios.net]
Deutsch-Rap mit der Härte der Nazis.Sept.2007
„Sowas hat kein Leben verdient“ Die bekannte Easy Schorre plant am 05.10. eine Party mit den schlechtesten Rappern Berlins. Frauenhass, sexuelle Gewalt und Homophobie finden sich in vielen Texten.
Nazirapper G-HOT hat mit seinem Aufruf zur Vernichtung der ‘abnormen Schwulen’ eine neue Ebene betreten, wegen Voksverhetzung und Aufruf zum Mord wird ermittelt. Doch auf der Party in Halle soll er als Headliner auftreten.
Dass „schwul“ im deutschen Rap für „scheiße“ steht und nach Aussagen der meisten Rapper das Beste an Frauen ihre drei „Löcher“ sind, ist hinlänglich bekannt. Auch die verbalen Ausfälle gegen Homosexuelle, zuletzt Bushidos Pöbeleien vor dem Brandenburger Tor, sind aus dem deutschen Hip-Pop momentan nicht wegzudenken.
Die 4:12 Minuten lange Hasstirade der Rapper G-HOT [gesprochen: Dschi-hat] und BOSS A BERETTA aus Berlin mit dem Titel „Keine Toleranz“ ist jedoch einzigartig. Während sonst im Reim-Vergleich mit rassistischen, nationalistischen oder eben homophoben Wortspielen kokettiert wird, formulieren die beiden eine eindeutige Aufforderung zur Vernichtung:
„Gott schuf Adam und Eva und nicht Adam und Peter/ […] Was soll in Zukunft passiern/ Männerehen und Schwuchteln die Mädchen erziehen/ Meiner Meinung nach hat sowas kein Leben verdient/ Man sollte Schwule in den Medien verbieten/ Aus meiner Gegend wird dieses Elend vertrieben/ [Weg hier] Ihr seid der Grund warum die Väter aussterben/ Falsch gepolt und steht wie Mädchen auf Pferde/ Eine Schande für den Mann in den Po gefickt/ Deine Eltern schämen sich dass Du ein Homo bist/ Ich geh mit zehn MG’s zum CSD/ Und kämpf für die Heten die auf Mädchen stehn/ Seid wie ein Mann und zeigt dass Ihr keine Toleranz habt/ Haltet zusammen und schneidet ihnen den Schwanz ab“
Soweit beschreiben G-HOT und BOSS A ihr Weltbild im Song „Keine Toleranz“. Von einer neonazistischen Skinheadgruppe müsste dieser Hate-Hit im Clubhaus einer ostdeutschen Schrebergartenkolonie zum Besten gegeben werden, in Halle kann der Nazirapper G-HOT in der bekanntesten und größten Diskothek, der „Easy Schorre“ auftreten. Es ist ein Deutschrap-Abend der Extraklasse, auf dem er zusammen mit einigen fast genauso niveaulosen Kollegen aus dem Berliner Möchtegern-Untergrund einem jungen und nicht nur sexuell frustrierten Publikum menschenverachtende, homophobe und frauenfeindliche Schlager präsentieren will.
Dass gegen ihn Verfahren wegen Volksverhetzung und Aufruf zum M ord laufen, ist den Verantwortlichen in der „Easy Schorre“ wohl unbekannt, ebenso wie die Texte der geladenen Gäste. Dies verwundert, sollten doch Veranstalter eigentlich etwas über die Acts wissen, die bei ihnen auftreten, muss es doch schließlich Gründe für das Booking gegeben haben. Auf youtube oder myspace stößt man sofort auf die brutalen und frauenverachtenden Songs, die nur von Gewalt, „Schwänzen“ und mit dem oder gegen den Willen ihrer Besitzerinnen penetrierten „Fotzen“ handeln.
Wir fordern alle halbwegs vernünftigen Leute auf, mit den verschiedensten Mitteln ihren Protest gegenüber den Veranstaltern und Sponsoren dieses so massiv in der gesamten Stadt beworbenen Konzertes zu äußern. Es ist verlogen, wenn sich diese Hetzer hinter dem Label „Hip-Hop“ oder „Provokation“ verstecken können.
RAPNAZIS RAUS!
Halle, am 12.09.2007
eQual! Halle
Initiative lesbischer und schwuler Studierender an der
Martin-Luther-Universität und der HfKD Burg Giebichenstein
equal_halle@gmx.net :: http://www.gleich.tk
RadioCorax95.9 Diskussion zu homophober Rap-Veranstaltung in der Easy Schorre Halle
Teil1
Teil2
RadioCorax95.9 Gespräch mit Murat Güngör M. Güngör (* 1969 in Tarsus / Türkei) ist Musiker, Musikproduzent, DJ und Buchautor mit Hannes Loh: Fear of a Kanak Planet. HipHop zwischen Weltkultur und Nazirap 2002 ISBN 3854452101
Film+Vortrag: "Kopftuch als System – Machen Haare verrückt?"
"Kopftuch als System – Machen Haare verrückt?" Ein Film von Fathiyeh Naghibzadeh, Shina Erlewein, Bettina Hohaus und Meral El. (2004, 60 min.)
Am Beispiel von vier im Exil lebenden Frauen schildert der Film „Kopftuch als System“ das Schicksal vieler Iranerinnen, die seit der islamischen Revolution 1979 einer strikten Geschlechterapartheid, Diskriminierung und der Durchsetzung der Zwangsverschleierung unterworfen sind. Das Kopftuch stellt dabei nicht nur Symbol und Mittel islamisch-patriarchaler Herrschaft dar, sondern dient zugleich als Machtinstrument der Kontrolle und der Bekämpfung von Widerstand gegen die islamische Herrschaft im Iran. Dargestellt nicht als bloße Opfer sondern als Individuen mit ihren je eigenen Formen des Widerstandes gegen die Unterdrückung im Iran, porträtiert der Film vier Frauen, die im Exil in Deutschland leben und dabei ihre eigenen Lebenswege und -erfahrungen wider den Kulturrelativismus zum Ausdruck bringen.
Zu Beginn der Veranstaltung wird es ein einleitendes Referat der Filmemacherin Fathiyeh Naghibzadeh geben. Vor über 20 Jahren aus dem Iran ins Exil nach Deutschland gegangen, studiert sie Gender Studies und Erziehungswissenschafte n an der Humboldt-Universität Berlin.
Der Mitschnitt des Referats von Stephan Grigat (Wien, Tel Aviv): Islamische Apokalyptiker und ihre linken Bewunderer.
Der antisemitische Antiimperialismus von Teheran bis Caracas kann im audio-Bereich heruntergeladen werden.
In Magdeburg machen Antiimperialistische Gruppen mobil gegen die Antifa
DER ANTISEMITISCHE WAHNSINN
HAT METHODE.
Stellungnahme zum Angriff von Antiimperialisten auf eine Veranstaltung in
Magdeburg mit Referenten des »Bündnis gegen Antisemitismus Leipzig« .israel-soli.de
Magdeburger Antifada.
In Magdeburg gehen Antiimperialisten immer brutaler gegen linke Veranstaltungen vor, die ihnen nicht in das Weltbild passen.
Ein Artikel in der Jungle World No.28/07 von jan gerber
Angriff auf israelsolidarische Veranstaltung in Magdeburg .
Ein Beitrag des Radio Dreyeckland, Freiburg, 3. 07. 07
Vortrag und Tagesseminar mit
Joachim Bruhn (Initiative Sozialistisches Forum, Freiburg)
veranstaltet von der ag antifa im stura der Uni Halle | antifa.uni-halle.de
Vortrag und Diskussion:
Kapital und Souveränität. Karl Marx
und der Begriff des Politischen.
Samstag, 28. Juli
Tagesseminar:
Einführung in die materialistische Staatskritik.
Das Tagesseminar am Samstag wird mit einer begrenzten Teilnehmerzahl durchgeführt.
Erforderlich ist daher eine vorherige Anmeldung unter agantifa@freenet.de. Desweiteren
wird es einen Reader mit einem Texteumfang von ca. 80 Seiten geben, der vor dem
Seminar gelesen werden sollte. Für diesen entsteht ein Materialkostenbeitrag von 4 Euro. zum Einladungstext..
Vortrag von Stephan Grigat (Wien, Tel Aviv): Islamische Apokalyptiker und ihre linken Bewunderer.
Der antisemitische Antiimperialismus von Teheran bis Caracas
Di. 10. Juli 2007, 19.00 Uhr,
Melanchthonianum, Universitätsplatz Halle
Eine Verantaltung im Rahmen der Antifaschistischen Hochchultage 2007 an der Uni Halle
organisiert von der AG Antifa im StuRa der Uni Halle
In der Zeitschrift Konkret 08/2007 veröffentlichte Stephan Grigat einen Artikel zum Thema: Misere zu verwalten.
Der innerpalästinensische Konflikt gibt den Israelis keinen Grund zur Hoffnung. Von Stephan Grigat.
Ein Mitschnitt des Referats kann im audio-Bereich heruntergeladen werden.
Vortrag mit Uli Krug (Berlin): Links trifft rechts. Zur Entstehung der faschistischen Ideologie Über die Linken Wurzeln des Faschismus spricht Uli Krug, Redaktion Bahamas (Berlin).
Di. 3. Juli 2007
19.00 Uhr
Melanchthonianum, Universitätsplatz Halle
Eine Verantaltung im Rahmen der Antifaschistischen Hochchultage 2007 an der Uni Halle
organisiert von der AG Antifa im StuRa der Uni Halle
Vortrag mit Thomas Ebermann (Hamburg): Für Volk und Vaterland. Die Linkspartei/PDS als national verlässliche Partei neuen Typs
Di. 19. Juni 2007
19.00 Uhr
Melanchthonianum, Universitätsplatz Halle
Eine Verantaltung im Rahmen der Antifaschistischen Hochchultage 2007 an der Uni Halle
organisiert von der AG Antifa im StuRa der Uni Halle
Aus dem Inhalt:
- Anstatt eines Vorworts: gedichtwettbewerb "Halle stinkt"
- Knut Germar: Auf geheimer Mission im Sternburgviertel
- Andreas Reschke: Anti-G8-Mobilisierung in Halle
- Bernd Meckel: Die Kunst der Langeweile - eine Theaterrezension
- Manfred Beier/Andreas Halberstädter: Ich ess Blumen (Teil 2)
- AG Antifa: Am Ende: Konformismus
- Manfred Beier: Theater für Unterdrückte
- Kurzmitteilungen
bonjour tristesse no.2 als PDF
Interview mit Justus Wertmüller bei RadioCorax95.9 zur Kritik an der Anti-G8-Bewegung (29.o5.07)
Aufzeichnung des Referats von Justus Wertmüller zum Thema "Antikapitalistisches Kameradschaftstreffen in Heiligendamm"
Di. 29. Mai 2007; Vortrag: Antikapitalistisches Kameradschaftstreffen in Heiligendamm
Ein Beitrag zur Demobilisierung
Ein Vortrag von Justus Wertmüller (Redaktion Bahamas, Berlin)
29. Mai 2007, 19.00 Uhr,
Melanchthonianum, Universitätsplatz Halle
Die (radikale) Linke ist hässlich. In ihren Händen verkehrt sich Kritik ins Bekenntnis trivialer Seelen, jede schriftliche Äußerung in Propaganda aus dritter Hand und Sprache in einen fiesen Jargon. Sie weiß von sich selbst kaum mehr, als dass man sich irgendwie im Widerstand gegen Systeme, Strukturen und Herrschaftsverhältnisse befände, die sie nicht bestimmen kann. Ihre Elendsumzüge im Zeichen von Antifa und Noglobal, Antirassismus und irgendetwas mit Gender, auf denen schreckliche Wursthaarträger ihre beispiellose Kreativität zur Schau stellen, androgyne Antifaburschen oder -mädchen die neueste Turnschuh- und Kapuzenpullikreation auftragen, und Quotenmigranten ein Herz für fiese Kulturen und Religionen einfordern, vermögen noch nicht einmal die Teilnehmer zu begeistern, geschweige denn irgendwelche Passanten.
Und doch bleibt sie gefährlich und ist zurecht auch weiterhin Objekt ständiger Beobachtung durch den Kritiker. Nicht weil das »Who is who?« von Belang wäre, die Protagonisten sind austauschbar und banal, sondern weil die je verkündete Losung, strategische Orientierung und praktische Mobilisierung manchen Aufschluss darüber geben, wohin die Mehrheit in diesem Land treibt. In diesem Jahr geht es gegen den G8-Gipfel in Heiligendamm. Die Mobilisierung wird wenig erfolgreich sein, die Mecklenburger Einöde lädt nicht so recht zum Protest ein. Wer aber warum ausgerechnet gegen dieses harmlose und belanglose Stelldichein von Staats- und Wirtschaftsfunktionären aufruft, ist dennoch von Belang. Auf die Straße oder besser auf die nicht nur wegen Regenmangels braune Wiese lädt ein breites Bündnis nationaler Sozialisten, das von der PDS bis zur NPD von den globalisierungskritischen Gemeinschaften bis zu den originalen Kameradschaften, von der Jungen Freiheit bis zur Jungen Welt reicht.
Dabei wird es zu keiner Vereinigung in Freundschaft und Toleranz von Nazis und Linken kommen. Die Linken werden die Nazis im Gegenteil in dem Maße wie sie ihnen immer gleicher werden, nur umso mehr hassen, und auch eine wirkliche Stärkung der Massenbasis von NPD und Kameradschaften steht nicht zu befürchten. Auf dem Feld, wo Linke und Nazis um den gleichen Kuchen streiten, die angemaßte Führerschaft über vom Kapitalismus »betrogene« und »enttäuschte« Massen, wird für beide Avantgardebewegungen wenig zu gewinnen sein, für die Globalisierungskritiker in Amt und Würden dafür desto mehr. Das politische und publizistische Establishment hat schon lange gelernt, von den hässlichen Struppis aus der Protestbewegung zu lernen, woher der Wind weht, und sie setzen Segel. Für aus dem Herzen kommenden Antisemitismus braucht man nicht die Junge Welt, das machen Rupert Neudeck oder Peter Gauweiler viel effizienter. Der Hass auf Amerika und Israel wird vom Auswärtigen Amt diskret aber beständig bedient, und für die offene Propaganda gegen beide Länder sind Deutschlands bildende Künstler, die Filmschaffenden und das Feuilleton zuständig. Sie alle lernen von den Mobilisierungen auf Mecklenburgs braune Wiesen, wo noch Nachholbedarf ist, welche Radikalisierung der öffentlichen Meinung und der praktischen Politik zur Befriedigung der Bedürfnisse von Deutschlands Antikapitalisten gefragt ist.
Die Linke ist genauso hässlich wie Schicksalsgemeinschaften, deren tiefster Wunsch eine große nationale Aussprache aller Deutschen ist, eben sein müssen: abgrundtief.
Die Veranstaltung findet im Rahmen der Vortragsreihe "Linke Leute von rechts, rechte Leute von links. Die Aufhebung der politischen Gegensätze" statt.
Interview mit Jan Gerber zur Kritik an der AntiG8-Bewegung
Interview bei RadioCorax95.9
Antifaschistische Hochschultage an der Uni Halle
Linke Leute von rechts, rechte Leute von links. Die Aufhebung der politischen Gegensätze.
In den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts stellten sich konservative, liberale und sozialdemokratische Intellektuelle, die vor dem Nationalsozialismus geflohen waren, die Frage, wer oder was sie zur Emigration gezwungen hatte. Da sie nicht verstanden, warum sie, ausgewiesene Feinde des Kommunismus, von den antikommunistischen Nazis vertrieben wurden, bastelten sie sich, wie Hermann L. Gremliza vor einigen Jahren erklärte, eine Lehre zusammen, »in der sich das, was sie hassten, mit dem, was sie hasste, zu ein und demselben Übel verband«. weiter lesen...
29. Mai 2007
19.00 Uhr
Melanchthonianum, Universitätsplatz Halle Antikapitalistisches Kameradschaftstreffen in Heiligendamm. Ein Beitrag zur Demobilisierung
Es referiert Justus Wertmüller, Redaktion Bahamas (Berlin).
19. Juni 2007
19.00 Uhr
Melanchthonianum, Universitätsplatz Halle Für Volk und Vaterland. Die Linkspartei/PDS als national verlässliche Partei neuen Typs
Es spricht Thomas Ebermann (Hamburg).
3. Juli 2007
19.00 Uhr
Melanchthonianum, Universitätsplatz Halle Links trifft rechts. Zur Entstehung der faschistischen Ideologie
Über die Linken Wurzeln des Faschismus spricht Uli Krug, Redaktion Bahamas (Berlin).
10. Juli 2007
19.00 Uhr
Melanchthonianum, Universitätsplatz Halle Islamische Apokalyptiker und ihre linken Bewunderer. Der antisemitische Antiimperialismus von Teheran bis Caracas Diese Fragen beantwortet Stephan Grigat, Café Critique (Wien, Tel Aviv).
18. April 07 Halle, Vortrag: HipHop gegen den american way of life
German Rap-Jihad
HipHop gegen den american way of life
Vortrag von Thomas Sayinski und Jakob Baruck (Berlin)
Mittwoch, 18. April 2007, 20 Uhr
Hühnermanhattan (Am Steintor)
Halle/Saale
Nachdem die Veranstaltung Ende Februar aus Krankheitsgründen abgesagt werden musste, wird sie nun wie versprochen nachgeholt.
Paradox, die Deutschrapszene hasst einerseits die amerikanische Kultur, anderseits liebt sie den HipHop. Konsumenten wie auch Interpreten des Genres überbieten sich in Hasstiraden gegen den auf der anderen Seite des großen Teiches angesiedelten „großen Satan“ und rufen dazu auf, jegliche Feinde des american way of life zu unterstützen. Und das mittels einer Jugendsubkultur, die in Amerika das Licht der Welt erblickte.
Die linken Kritiker der neuen deutschen Härte im Rapgame polemisieren zwar gegen die Homophobie und Frauenverachtung der deutsprachigen Szene, wollen aber beim besten Willen keinen Antiamerikanismus „bei ihren Jungs“ entdecken. Und dies, obwohl Deutschrap inhaltlich maßgeblich aus antiamerikanischen Ressentiments besteht und den Hass auf die Moderne als Leitmotiv ausgibt, statt einfach nur auf gute Punchlines zu bouncen: zu feiern also.
Die Kränkung, den Amis auf allen Gebieten weit unterlegen zu sein, obwohl man doch eigentlich viel besser sei, drückt sich im Deutschrapgenre explizit über die antiamerikanischen Texte aus. Dazu kommen von Wagner inspirierte Streichereinlagen und elektronisch angehauchte Beats mit eingebauter Untergangsstimmung.
Deutschrap – die „Alte europäische Volksmusik“ – ist die wichtigste und vor allem die zukunftsträchtigste Komponente der seit einigen Jahren anrollenden Neuen Deutschen Popwelle (NDP). Doch „den real German G’s“ gefällt es nicht an der Skyline. So nah an der Sonne schmilzt ihre Authentizität wie ein Vanilleeis im Solarium. Ebenso wie ihre weicheren Konterparts aus dem Mittelstand müssen die Aggroberliner darauf achten, dass sie in den Augen ihrer deutschsprachigen Kunden real bleiben.
Und ein echter Deutscher ist nun mal ein echter Antiamerikaner, egal ob er rappt oder nicht.
23. - 28. Feb. 2007 Halle, Film: Wegen dieses Krieges
Wegen dieses Krieges Film von Orna Ben-Dor Niv (Israel)
Ein Dokumentarfilm über die Nachwirkungen des Holocaust auf die zweite Generation. Im Mittelpunkt stehen der Sänger Yehuda Poliker, der mit seiner Band eine neue Welle des israelischen Rocks schuf, und der Mann, der ihn entdeckte, Yaakov Gilad. Auch als die Band auseinanderbrach, haben beide weiter zusammengearbeitet und Schallplatten und Konzerte seltener Qualität gestaltet. Poliker stammt aus einer einfachen griechischen Familie. Gilad kommt aus der Großstadt und hat durch seine Mutter, die Poetin Helina, eine starke Bindung zur Kultur erhalten. Helina war zehn Jahre alt, als die Nazis Warschau besetzten, im letzten Augenblick entkam sie der Gaskammer. Polikers Vater wurde von Saloniki aus in ein Vernichtungslager geschickt, wo seine Frau umkam. Gilad und Poliker wuchsen zwar mit diesen Erinnerunge auf, verwandelten aber die schmerzlichen Erfahrungen in Kreativität.
Der Film ist sicher ein Beitrag, Erinnerung wachzuhalten; seine Stärke liegt aber vor allem darin, das Tabu der Auswirkungen des Holocaust auf die Kinder der Überlebenden öffentlich zu machen. Der Film "Wegen dieses Krieges" (Originaltitel "BIGLAL HA'MILCHAMA HA'HI") wurde bei seiner Erstaufführung zum Film des Monats gekürt.
Im Sommer des letzten Jahres sollte in der Reilstrasse 78 ein Vortrag über das „regressive
Bedürfnis der veganen Tierrechtsszene“ stattfinden. Das Zentralkomitee des Hauses konnte
es allerdings nicht ertragen, in seinen heiligen und garantiert fleischlosen Hallen Kritisches über seine Religion, den Zusammenhang von Tierliebe und Menschenhass sowie die Frage,
warum sich auch Nazis regelmäßig mit „Go-vegan“-T-Shirts schmücken, zu hören. Der Vortrag wurde kurzerhand verboten. Die Veranstaltung wird nun, wie versprochen,
nachgeholt. Und zwar definitiv nicht im Mief der Reilstrasse 78.
Ein Audio-Mitschnitt der Veranstaltung ist online und kann frei verbreitet werden, sofern auf die veranstaltenden Gruppen(ag no tears for krauts halle und AG Antifa im Stura der Uni Halle) verwiesen wird.
Einladungstext
Manfred Beier / Andreas Halberstädter:
Ich ess’ Blumen. in bonjour tristesse 1/2007
Mitschnitt der Referate [mp3|50mb]
Vortrag von Gerhard Scheit "Suicide Bombing - Zur Logik des Selbstmordattentats" online
Am 8. November 2006 referierte Gerhard Scheit an der Uni Halle zum Thema "Suicide Bombing - Zur Logik des Selbstmordattentats". Organisiert wurde die
Veranstaltung von der ag antifa im stura der uni halle.
VortragGerhard Scheit "Suicide Bombing - Zur Logik des Selbstmordattentats"[mp3|45mb]